Anekdoten & Schnipsel


Jede Woche beschreiben wir kleine Anekdoten, historische Ereignisse, saisonale Besonderheiten und kulturelle Schnipsel als "Bild der Woche". Damit diese Informationen nicht verloren gehen, werden einige hier nochmal gesammelt. Vielleicht möchte ja der ein oder andere sie nochmal nachlesen oder hat sie vielleicht verpasst. Oder lassen Sie sich einfach davon unterhalten.



Oespeler Holz-Straßenschilder

Noch bis in die frühen 80er Jahre war jede Straße in der Oespeler Siedlung mit einem schönen, geschnitzten Holzstraßenschild versehen. Leider fielen diese im Laufe der Jahre zumeist der Witterung zum Opfer. Sie wurden morsch, Stücke brachen ab, wurden unansehnlich und daher entfernt. Das vielleicht letzte Schild dieser Art steht noch am Ackerweg, dort wo er in den Dorfplatz übergeht. Das historische Schild prangt mittlerweile auf einem Aluminiumpfahl, auf dem es hoffentlich noch viele weitere Jahre dem Betrachter erhalten bleibt.

 

 Foto: R. Jasper

 


 

Weltkriegs-Granate in Oespel kontrolliert gesprengt

Eine deutsche Flakgranate aus dem Zweiten Weltkrieg ist am 9.12.21 in Oespel im Bereich Am Dorfplatz/Sonnenwendstraße bei Glasfaserkabel-Verlegearbeiten gefunden worden. Die Granate war nicht transportfähig und musste vor Ort gesprengt werden.

Von der Freiwilligen Feuerwehr wurde der Dorfplatz ab 15 Uhr für die Sprengung vorbereitet. Die kontrollierte Sprengung vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe mittels fernelektrischer Zündung erfolgte gegen 16.30 Uhr. Dafür war eigens ein zwei Meter tiefes Loch ausgehoben worden, in das die Granate gelegt wurde, ehe sie gesprengt werden konnte. Weil die Grube so tief war und die Feuerwehr sie zusätzlich mit Wasserbehältern aus Gummigewebe abgedeckt hatte, war die Detonation kaum zu hören. Deutlich lauter war das Signal, das die Sprengung einläutete.

In einem Radius von 100 Metern war eine Sicherheitszone eingerichtet worden, rund 150 Anwohner mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Städtische Fahrzeuge sperrten alle Straßen rund um den Dorfplatz ab. Mitarbeiter des Ordnungsamtes liefen von Tür zu Tür und informierten die Anwohner. Knapp eine Stunde dauerte die Evakuierung. Einige Minuten nach der Sprengung hoben Stadt und Feuerwehr die Absperrungen auf. Die Menschen konnten zurück in ihre Häuser.

 

 Foto: C. Miene
 


 

Starkregenereignis in Oespel und Kley

Nach der verheerenden Gewitterzelle am 26. Juli 2008 und dem Starkregenereignis im Jahre 2017 hat es Oespel und Kley auch am Mittwoch, den 14. Juli 2021 einen immensen Regenschauer von 2 Stunden gegeben, bei denen wieder zahlreiche Keller vollliefen und unsere heimischen Bäche, sonst nicht mehr als ein Rinnsal, zu reißenden Fließgewässern wurden. Insbesondere die tieferliegenden Senken an der Kleybredde und Am Zitter (siehe Foto) verwandelten sich in kürzester Zeit zu Seen.

Vergleicht man das allerdings mit den Berichten der Medien, wie naturgewaltig dieses Gewitter in umliegenden Ortschaften und Gebieten gewirkt hat, so sind unsere Heimatorte doch noch sehr glimpflich davon gekommen. Für die Geschädigten aber dennoch ärgerlich. Foto: Facebook

Da wir dieses Ereignis noch weiter dokumentieren möchten, suchen wir Fotos, die das Ausmaß dieser Wetterkatastrophe in Oespel und Kley darstellen. Setzen Sie sich einfach mit uns in Verbindung!



Schachtzeichen - RUHR.2010

Es ist mittlerweile 10 Jahre her, dass das Ruhrgebiet als gemeinsame Kulturregio aufgetreten ist. Als RUHR.2010 - Kulturhauptstadt Europas wurden zahlreiche Veranstaltungen , Kulturhöhepunkte und Installationen von Duisburg bis Hamm realisiert. Illuminationen und Lasershows, oder das Still-Leben Ruhrschnellweg machte die A40 für einen Tag autofrei und zu einer Bühne der Alltagskultur umfunktioniert.

Eine besonders eindrucksvolle Installation waren die Schachtzeichen. Es ging hierbei um die Visualisierung ehemaliger Kohleschächte mit dem Ziel, den Strukturwandel sichtbar und erfahrbar zu machen. An 311 Standorten im gesamten Ruhrgebiet schwebten gelbe, beleuchtete Heliumballone mit einem Durchmesser von 3,70m, symbolisch über ehemaligen Bergbauschächte und Zechen.

Auch in Kley hatten wir einen dieser Ballons, der die Zeche Borussia/Oespel markierte, installiert und finanziert vom Architektenbüro Prof. Gerber auf dem Tönnishof. Die Bilder zeigen den Aufbau der Installation. Die Ballons schwebten 30 bis 80 m über dem Boden. Fotos: Uwe Paulukat

  


 

Der Kleyer Weinberg

Wenn man abends bei einem schönen Glas Wein zusammen sitzt und sich das Etikett der Weinflasche betrachtet, so findet man dort meistens als Bezeichnung des Anbaugebietes Rheinhessen, Rheingau, Mosel-Saar-Ruwer oder ähnliches (sofern man dem Deutschen Wein zugeneigt ist). Dass es mittlerweile sogar Dortmunder Weine gibt, wissen sogar vorort nur die wenigsten. Dabei existieren bereits kleinere Weinberge am Phoenixsee und in der Bolmke in Brünninghausen. Und es gibt den Kleyer Weinberg im Gerdesweg.

Wir geben zu, der Begriff "Weinberg" ist etwas überzogen, handelt es sich hierbei um zwei Reihen mit je fünf Reben. Ob sich aus dieser schönen roten Traube Wein keltern lässt, ist uns nicht bekannt, für eine Flasche Most oder die ein oder andere Dolde als Tafeltraube sollte es aber reichen. Fotos: Roy Jasper

 


 

Honig aus Oespel-Kley

Dass nach und nach immer mehr Grünflächen und Gärten zu Blütenparadiesen für Bienen und Insekten werden, kommt auch unseren ortsansässigen Imkern zugute.  Der gewonnenen Nektar ergibt einen zuckersüßen Honig. Vor allem in den Sommermonaten, wenn die Blütenpracht am größten ist, entstehen besonders schmackhafte Sorten. Exemplarisch dafür hier mal ein Sommerblütenhonig des Imkers Kosin aus dem Sämannweg.

Unterstützen Sie doch einfach mal heimische Produzenten mit dem Kauf Oespel-Kleyer Delikatessen. Bild: R. Jasper


 

Alte Oespeler Wetterstation

Die Tageszeit wird wieder kürzer, die Temperaturen gehen allmählich auf einstellige Werte zu, das Wetter wird wechselhafter - es wird Herbst!

Dort wo Laubbäume das Straßenbild schmücken, fallen jetzt vermehrt die Blätter und ärgern die Anwohner. Die Zeit der Besen und Laubbläser naht. Just in dieser Phase entdeckten wir in der Oespeler Siedlung die "Alte Oespeler Wetterstation", die die derzeitige Wettersituation so treffend wie nie darstellt:

wenn Stein…

  • warm = Sonne
  • nass = Regen
  • unsichtbar = Nebel
  • kalt = Frost
  • weiß = Schnee
  • wackelt = Wind
  • auf dem Boden = Erdbeben
  • ganz weg = Tornado

…und da sag noch einer, die Oespel-Kleyer hätten keinen Humor.

 Foto: Roy Jasper



CityRanch wurde aufgegeben

Ein viertel Jahrhundert lang hat sich die CityRanch auf dem Hof Hinderfeld in Kley als Hotspot für das Westernreiten weit über die Grenzen Dortmunds hinaus etabliert. Zu Veranstaltungen wie der Ranch Roping Competition kamen sogar Größen des Westernreitens aus Übersee. Nun ist alles aus. 

Nachdem der Pachtvertrag ausgelaufen ist und auch die Partnerschaft der Inhaber Jürgen und Sandra ein Ende fand, wurde die CityRanch ohne Nachfolge aufgelöst. Jürgen, der mittlerweile im Dortmunder Süden ein neues Reiterprojekt verfolgt, hat den Hof verlassen. 

Zusammen hatten Sie die letzten 25 Jahre ihr Wissen um das Westernreiten (Roping, Cutting, Barrel Race) weitergegeben, Pferde und Reiter trainiert, ambitionierten Reitern Außenanlagen und Reithalle zur Verfügung gestellt und sich um das Wohl von Mensch und Tier bemüht. 

Leider geht Kley dadurch eine weitere Attraktion verloren. Bilder: CityRanch

 



Neue P+R-Anlage Kley

Bislang mussten die Autofahrer, die an der S-Bahn-Station Kley umsteigen wollten, mit einer provisorischen, unbefestigten P+R-Anlage Vorlieb nehmen. Schotter, Schlaglöcher und Pfützen bestimmten das Bild.

Die Stadt Dortmund hat von März bis Juni 2021eine Park & Ride-Anlage mit zusätzlichem Bike & Ride-Angebot (B+R) gebaut. Befestigt und markiert wurden 32 KFZ-Stellplätze. 
Was noch fehlt sind Beleuchtung, die Fahrradabstellanlage mit 15 überdachten Fahrradbügeln und integriertem Wartebereich an barrierefreier Bushaltestelle.

Diese werden voraussichtlich erst 2022 installiert, da die Materialbeschaffung aufgrund der Pandemie ins Stocken geraten ist. Ob diese Baumaßnahme kalkulierte Kosten in Höhe von € 487.000 rechtfertigen, möge jeder selbst für sich bewerten.

 Foto: R. Jasper


 

Tante-Emma-Läden

Überwiegend als Anbieter von Lebensmitteln bzw. Kolonialwaren (woher sich auch der lange Zeit noch verwendete Begriff Kolonialwarenladen herleitete), aber auch anderer Produkte für den täglichen Bedarf, sorgten sog. "Tante-Emma-Läden" früher häufig für die lokale Warenversorgung der Bevölkerung. Elemente persönlicher Kundenbindung waren Einkauf „auf Anschreiben“, Rabattmarken-Hefte, Reservierungen und Sonderbestellungen auf Kundenwunsch usw. Kinder wurden stets mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedacht. Üblicherweise befand sich auch die Inhaberwohnung am Ladengeschäft, so dass ein verspäteter Kunde nach Ladenschluss auch noch etwas kaufen konnte. Mit dem gesetzlichen Verbot der Preisbindung ab 1974 und dem Siegeszug der Discounter verschwanden die Läden nach und nach.

Besonders im ländlichen Raum dienen Dorfläden noch immer der Nahversorgung mit Lebensmitteln, in Größstädten auch als Spätkauf-Läden oder in Gebieten mit hohem Migrationsanteil familiäre Läden, die von Immigranten betrieben werden. 

Auch in Oespel und Kley waren von den 50ern bis in die 70er zahlreiche Tante-Emma-Läden, Kioske und Büdchen. Allein in der Sonnwendstraße (eigentlich nur Wohnbebauung ohne Gewerbe) befanden sich mit Enders, Wieneke und Mack gleich drei Läden, in der Dorneystraße waren es derer gleich vier. Das hier gezeigte Bild stammt aus den späten 50ern und zeigt den Laden Kümmel in Kley. Foto: Fam. Kümmel


 

Der "Mitmach-Weihnachtsbaum" am Dorfplatz

Eine besonders hübsche Geste zur Vorweihnachtszeit 2020 hat sich die Siedlergemeinschaft Oespel I einfallen lassen: den Mitmach-Weihnachtsbaum.

Da wie überall auch bei der SG Oespel I 2020 alle Aktionen, wie Siedler-Familienfest, Grünkohlessen, Glühweinabend etc. ausgefallen sind, kam man auf die Idee, einen Weihnachtsbaum auf den Dorfplatz zu stellen, der von allen geschmückt werden kann. Innerhalb weniger Tage hatte er schon eine stattliche Anzahl an Christbaumkugeln, Sternen, Engeln, Eiszapfen und diversen anderen Figuren sammeln können. Und es ging bis zu den Weihnachtstagen so weiter – jeder durfte sich mit einem kleinen Objekt daran beteiligen. Das Was und Wie war jedem selbst überlassen, es sollte nur von der Größe angemessen sein. Foto: Roy Jasper


 

Geldautomat in Oespel gesprengt

Der Geldautomat der Sparkasse in Oespel wurde in den Morgenstunden des 10. Oktober 2021 von Unbekannten gesprengt. Zwei laute Knalle weckten Nachbarn gegen 2:45 Uhr, die die Polizei alarmierten. Die Täter konnten entkommen, mutmaßlich in einem schnellen Auto. Selbst ein sofortiger Hubschraubereinsatz über Oespel konnte die Verursacher nicht ermitteln oder nachverfolgen.

Am Sonntagvormittag knallte es erneut (Restsprengstoff wurde vom Sprengmittelräumdienst kontrolliert zur Detonation gebracht).
An dem Gebäude entstand erheblicher Sachschaden, ein in der Nähe geparktes Auto wurde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Die Straße "Auf der Linnert" glich an der Stelle einem Katastrophenszenarium. Glassplitter wurden bis auf die gegenüberliegende Straßenseite geschleudert.

Über die Höhe der erbeuteten Summe und des Sachschadens wurden keine Angaben gemacht.

 Bild: R. Jasper



"Eichen sollst du weichen!"

Dieser Spruch wird eigentlich (fälschlicherweise) mit dem Schutz vor Blitzen in Verbindung gebracht. In diesem Fall sollte man aber trotzdem einen Umweg um Eichen machen, der Eichenprozessionsspinner ist nämlich wieder aktiv.

Ein entsprechender Warnhinweis ist derzeit auf dem Friedhof in Oespel vermerkt. Denn neben Platanen und Birken finden sich dort auch Bestände an Eichen.

Vor einem Kontakt mit den Raupen oder Nestern wird ausdrücklich gewarnt. Sie können schwere Hautreaktionen und Ausschlag hervorrufen, Nesselhaare der Raupen können Atembeschwerden bis hin zur Atemnot auslösen.

 Bild: R. Jasper


 

Neue Laternen für die Oespeler Siedlung

In letzter Zeit wurden in der Oespeler Siedlung neue Straßenleuchten installiert. Komplett inkl. Leuchtermasten, ersetzen Sie die bisherigen Diabolo-Laternen, die allmählich in die Jahre gekommen sind. Die Beleuchtung erfolgt jetzt über ein nach unten geneigtes LED-Paneel, das eine deutlich bessere und zielgerichtete Ausleuchtung des Gehwegs gestattet. Dem ein oder anderen mag das schlichte Erscheinungsbild mit dem schmalen Leuchtenkopf etwas zu modern und gewöhnungsbedürftig für die Siedlung wirken, positive Aspekte der Verkehrssicherheit und Energieeinsparung sind jedoch nicht zu verachten. 

 

 Bild: R. Jasper