Erinnerungen an August Schmidt


August Schmidt war Gewerkschafter, Mitbegründer der IG Bergbau und Energie und ihr erster Vorsitzender.

Er wurde am 8. Mai 1878 als Kind einer armen Bergmannsfamilie in Oespel geboren. Nach dem Besuch der Volksschule begann er auf der Zeche Germania in Marten zu arbeiten und war 17 Jahre als Bergmann tätig. 1902 trat er in die SPD ein und war seit 1903 Mitglied des Gemeinderates von Oespel. August Schmidt wurde 1904 in den Alten Bergarbeiterverband der Zahlstelle Oespel gewählt. Von 1909 bis 1933 übernahm er leitende Funktionen im freigewerkschaftlichen Verband der Bergarbeiter Deutschlands, bei dem er 1909 Bezirksleiter in Essen war. Nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er zum Militär eingezogen und wurde nach einer Verwundung bereits 1914 wieder entlassen.

Schmidt wurde 1918 Mitglied des Gesamtvorstandes und 1928 zweiter Vorsitzender der freigewerkschaftlichen Bergarbeitergewerkschaft. Er war auch Mitarbeiter der Hauptverwaltung der Gewerkschaft mit Sitz in Bochum. Außerdem gehörte er dem Internationalen Arbeitsamt Genf an. Daneben war er seit 1922 Mitglied des Vorläufigen Reichswirtschaftsrates.

Nach dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft und der Zerschlagung der Gewerkschaften wurde Schmidt entlassen. Vorübergehend wurde er in „Schutzhaft“ genommen. Zwischen 1934 und 1938 betrieb er eine Brotverkaufsstelle in Barop. Danach war er Knappschaftsrentner.

Bereits im Mai 1945 fanden unter seiner maßgeblichen Beteiligung erste Gespräche zur Wiedergründung freier Gewerkschaften in Dortmund statt. Schmidt war zwischen März 1946 und Dezember 1946 Vorsitzender der provisorischen Ruhrgebietsleitung der Gewerkschaften. Er begründete am 8./9. Dezember 1946 den Industrieverband IV Bergbau britische Zone mit, aus der später die IG Bergbau hervorging. Er war bis November 1948 Vorsitzender der Organisation und danach März 1949 in der Bizone. Er war auch 1947 bis 1949 Mitglied im Zonenvorstand des DGB für die britische Zone. In den Jahren nach 1947 gehörte er auch der Deutschen Kohlenbergbauleitung an.

Zwischen März 1949 und Juli 1953 war Schmidt Vorsitzender der IG Bergbau mit einer Mitgliederzahl von 650.000 im Jahr 1953. Danach war er bis zu seinem Tod Ehrenvorsitzender der Organisation. Außerdem war er 1949 Mitbegründer des DGB und von 1949 bis 1953 Beisitzer im geschäftsführenden DGB-Bundesvorstand.

Am 7. Juni 1965 verstarb August Schmidt. Sein Grab befindet sich auf dem Oespeler Friedhof, unmittelbar hinter dem Bergmannsgrab.

 

 

Für seine Verdienste wurde er 1953 mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Bundesverdienstordens ausgezeichnet. 1957 erhielt er den Freiherr-vom-Stein-Preis, bevor er 1958 zum Ehrenbürger der Stadt Dortmund und zum Ehrensenator der TU Berlin ernannt wurde. Die „August-Schmidt-Stiftung“ wurde im Jahre 1962 gegründet.